Der bittere Beigeschmack bei Social Communities

04 January 2008 |   Das Leben |   8


Wer kennt es nicht. Irgendwann hat man sich mal bei einer Community angemeldet, weil irgendwie viele Freunde sich dort angemeldet haben oder man von einem guten Bekannten eine Einladung bekommen hat. Schnell findet man die Seite "cool", weil man dort so viele alte Bekannte und neue Bekannte finden kann. Bereitwillig trägt man auch seine Persönlichen Daten, wie Hobbys und Dinge die man sich wünscht ein. Schließlich möchte man ja viele gleichgesinnte finden. Im Laufe der Zeit wächst die Community, was einem zuerst noch freut, weil man dadurch noch mehr Leute kennenlernen kann.

Nur für Betreiber der Webseiten eröffnet sich dann ein nächstes Problem. Die Webseite kostet mehr Geld. Also schaltet man Werbung, denn irgendwo müssen die Einnahmen ja herkommen. Und bezahlen wollen die meisten User ja nicht. Das mit der normalen Werbung ist für die meisten dann auch noch ok. Doch oftmals kommt dann ein Punkt, wo die Betreiber der Seite und auch die werbenden mehr Geld machen wollen und das geht oftmals nur durch personalisierte Werbung, die direkt auf den User abgestimmt ist. Und schon sind wir wieder bei den persönlichen Daten die man ja mal irgendwann hinterlegt hatte in dem Vertrauen, das sie dort sicher sind. Was sie oftmals laut AGB ja auch waren.

Und schon kommen wir zu einem nächsten Problem. Die Änderung von AGBs scheint heutzutage bei Community Seiten nicht wirklich mehr schlimm zu sein. Immer wieder liest man davon. Aufgeregt wird sich darüber des öfteren, wirklich was ändern tut sich aber selten was. Denn kaum ein User verlässt dann am Ende auch wirklich die Webseite an die man sich irgendwann mal gewöhnt hatte. Und schließlich sind ja auch immer noch die ganzen Freunde da.

Ich habe mich bis jetzt weites gehend von diesen neuen Web 2.0 Community Webseiten fern gehalten. Irgendwie haben sie mir noch nie groß zugesagt, deswegen habe ich auch keinen StudiVZ, Facebook oder MySpace Account. Nur bei Flickr hatte ich mich mal angemeldet, aber da habe ich auch kaum Fotos liegen.

Die einzigen wirklichen Community Webseiten wo ich mich mal angemeldet habe, sind DailyFratze (und da weiß ich, das ich mich dort sicher fühlen kann) und XING (ehemals OpenBC). Und vor wenigen Tagen hat auch XING angefangen Werbung (personalisierte) zu schalten. Was mir (und so einigen anderen), doch ein wenig sauer auf den Magen stößt. Ich weiß, das es teuer sein kann, eine solche Webseiten zu betreiben und auch immer so weiterzuentwickeln, das die User auch wirklich dort bleiben. Aber eigentlich dachte ich, das sie durch die Premium Kunden (und davon gibt es so einige, denn schließlich kann man ohne Premium Account dort nicht viel machen) genügend Geld einnehmen.

Und auch ich stehe jetzt vor der Entscheidung, gehe ich, oder bleibe ich. Generell finde ich es super, das man mit alten Kollegen von vergangenen Projekten immer in Kontakt bleiben kann. Was ja auch der Grund ist, weshalb ich dort angemeldet bin. Und im Grunde genommen will ich das auch nicht missen. Das einzig positive ist, als Premium Kunde kann man die Werbung auf der eigenen Seite deaktivieren und sieht auch generell nirgends Werbung.

Im allgemeinen habe ich aber das Gefühl, das die ganzen Betreiber von Social Community Seiten, am Ende aber immer nur auf eines aus sind. Nämlich auf unser bestes, unser Geld. Und auch wenn sie viel für den User machen, scheinen sie am Ende auf den User selbst nicht allzu viel Wert zu legen. Viele wissen wohl um den Suchtfaktor, die sie irgendwann mal erzeugt haben. Und verlassen sich auf diesen. Jetzt bleibt nur noch abzuwarten, wie lange sie noch damit durchkommen werden und ab wann die User wirklich mal gemeinsam zu dem Wort stehen, was sie oftmals vor einer Änderung von sich geben. Nämlich wirklich seinen Account zu kündigen und den Betreibern von solchen Webseiten zeigen um wen es eigentlich wirklich ging. Nämlich den User und seine Rechte!
Tags: #Web 2.0 #Werbung

Kommentare:

Kann dir da nur zustimmen, war kurzzeitig auch bei Flickr angemeldet, aber habs dann auch sein gelassen. Myspace auch nur kurz, auf der eigenen Seite ist es dann doch am schönsten.


Als Premium User siehst du bei Xing die Werbung nicht und desweiteren kannst du da auch explizit entscheiden, ob Xing auf deiner Seite die Werbung anzeigen darf oder nicht (Meine Einstellungen -> XING darf KEINE Werbung auf meiner Seite platzieren oder so). Insofern finde ich Xing noch sehr entgegenkommend,... da gibt es weitaus Schlimmeres.


Das entgegenkommen kam von XING aber auch erst nachdem sich mehrere User darüber aufgeregt hatten. In diesem Falle finde ich aber gut, das XING darauf reagiert hat und nicht wie die meisten Anbieter das ganze einfach aus gesessen haben. Trotzdem dieser komische Beigeschmack bleibt weiterhin bei solchen Aktionen...


oh, wie ich [url=http://www.basicthinking.de/blog/2008/01/06/xing-werbung-aus-premiumprofilen-entfernt/]hier[/url] gerade lesen durfte, wurde jetzt als Reaktion auf das Feedback der User die Werbung aus den Profilen der Premiumkunden komplett entfernt! Finde ich einen klasse Schritt! Scheinbar ist bei XING der User doch mehr Wert als ich zuerst dachte!


Ui, hier hat der Spam zugeschlagen.


ja, leider. Habe jetzt aber schnell noch mal was im Code geändert, so das es so schnell nicht mehr vorkommen sollte!


Im Moment wird es wieder krass, nachdem es ein paar Wochen ruhiger war auf meinen Blogs mit Spam, kommt es jetzt wieder in rauen Mengen an.

Aber die Lowbudget Variante mit zusätzlichem Feld funktioniert noch immer erstaunlich gut, ebenso wie Kommentare, die z.B. nur mit akt. Javascript funktionieren.


die lowbudget Variante mit dem zusätzlichen Feld habe ich auch. Bei den älteren Beiträge greift die Mathematiksache auch ganz gut. Zusätzlich werden bei mir noch ein paar Keywörter gesperrt, sowie gewisse Internetseiten. Und man darf max. einen Link im Kommentar verwenden.


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